Schweigen erlaubt - aber, wie immer - gefährlich
Die Redaktion der französischen Satirezeitschrift Charlie Hebdo wurde von religiösen Fanatikern nahezu ausgerottet, weil den angeblich gottesfürchtigen Moslems einige Veröffentlichungen blasphemisch erschienen und ihr Gott Allah ihrer helfenden Hand - Feuerwaffen bedurfte, um die Sünder zu strafen.
Anständige Götter erledigen, wie die Bibel lehrt, das Bestrafen schlimmer Sünder zwar selbst - aber entweder ist Allah nicht wirklich so groß, wie uns das "Allah il Allah" glauben machen will, oder den todessüchtigen Kämpfern gegen Blasphemie fehlt es einfach an Gottvertrauen. Da wird es wohl nix mit Jungfrauen im Paradies.
Nun verspricht der Christenhimmel zwar nur eine einzige Jungfrau, auf die Verlass ist - aber die ist nicht zu haben. Für keinen. Nicht einmal Heilige werden sie anrühren dürfen, die jungfräuliche Mutter des Chefs.
Aber nicht weniger schwach im Glauben als besagte Moslems scheinen christliche deutsche Politiker schon seit langer Zeit zu sein. Sie wollen zwar nicht direkt gleich schiessen, aber das Strafen wollen sie ihrem Gott schon aus der Hand nehmen. Dieses offensichtliche Misstrauen gegenüber ihrem Gott gießen sie in Gesetze.
Die
Geschichte des "Blasphemieparagrafen", § 166 StGB reicht bis in die Antike, als Herrscher sich noch den Göttern gleich stellten. Diese muffige Kontinuität der antik-mittelalterlichen Rechtsauffassung findet sich folgerichtig im königlich preussischen wie auch im kaiserlich reichsdeutschen Strafgesetz wieder.
Kein Wunder, dass auch die Weimarer Republik nicht darüber hinweg kam. Die glücklich überwundene DDR hatte damit zwar nichts am Hut, aber die alte Sehnsucht nach dem Mittelalter wurde ja ab 1990 auch hier wieder gestillt.
Noch bis 17. Februar 2015 läuft nun folgende Aktion, an der man sich beteiligen kann - oder man lässt es eben weiter so laufen ...
Petition 56759